506 – 816 · 310 Jahre
· im Zeitstrahl zeigen
Leibeigene und Sklaven im Besitz von Kirchen und Klöstern im frühen Mittelalter
Im frühen Mittelalter erhielt die Kirche große Ländereien, und mit ihnen die Leibeigenen, die das Land bebauten. Die Catholic Encyclopedia schreibt, die Kirche sei so „Eigentümerin von Menschen“ geworden. Leibeigene der Kirche mussten die Hälfte ihrer Arbeit oder ihrer Erträge abgeben. Auch die Römische Kirche selbst besaß Leibeigene. Ein Konzil verbot 517 Äbten, die Leibeigenen ihres Klosters freizulassen, weil sie der Mönchsgemeinschaft gehörten; ein Sklave durfte ohne Zustimmung seines Herrn nicht Priester werden. Geistliche besaßen Sklaven und konnten sie nach römischem Recht durch bloße Erklärung freilassen.
- Zeitraum
- 506 – 816 (310 Jahre)
- Land
- Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Vereinigtes Königreich
- Institutionen
- Bistümer
Klöster
Römische Kirche - Kategorie
- Sklaverei
- Belegstufe
- B zwei unabhängige Fachquellen · was heißt das?
Was den Menschen geschah
Wer war betroffen? Betroffene und Zahlen
- Leibeigene der Kirche mussten in der Regel die Hälfte ihrer Arbeit oder die Hälfte ihrer Erträge an den kirchlichen Eigentümer abgeben.
Beleg: The Catholic Encyclopedia, Bd. 14 (1912), Artikel Slavery and Christianity
„they were bound to give the proprietor half of their labour or half of its products“
Slavery and Christianity, Artikel Slavery and Christianity. Original · Archivkopie
Hintergrund
Wer bekam das Vermögen, wer profitierte?
- Zum Christentum bekehrte Germanen statteten die Kirche reich mit Grundbesitz aus. Auf diesen Gütern lebten Leibeigene, die an den Boden gebunden waren; so wurde die Kirche laut Catholic Encyclopedia „Eigentümerin von Menschen“.
Beleg: The Catholic Encyclopedia, Bd. 14 (1912), Artikel Slavery and Christianity
„Barbarian converts endowed it largely with real property“
Slavery and Christianity, Artikel Slavery and Christianity. Original · Archivkopie Beleg: The Catholic Encyclopedia, Bd. 14 (1912), Artikel Slavery and Christianity
„the Church became by force of circumstances a proprietor of human beings“
Slavery and Christianity, Artikel Slavery and Christianity. Original · Archivkopie
Reaktion der Kirche
- Auch die Römische Kirche selbst besaß Leibeigene; Papst Gregor der Große ließ einige von ihnen frei.
Beleg: The Catholic Encyclopedia, Bd. 14 (1912), Artikel Slavery and Christianity
„St. Gregory the Great enfranchised serfs of the Roman Church“
Slavery and Christianity, Artikel Slavery and Christianity. Original · Archivkopie - Das Konzil von Epaon verbot 517 den Äbten, die Leibeigenen ihres Klosters freizulassen: Die Mönche sollten nicht ohne Arbeitskräfte bleiben, und die Leibeigenen gehörten der Mönchsgemeinschaft, nicht dem Abt.
Beleg: The Catholic Encyclopedia, Bd. 14 (1912), Artikel Slavery and Christianity
„The canon of the Council of Epone (517) which forbids abbots to enfranchise their serfs was enacted in order that the monks might not be left to work without assistance“
Slavery and Christianity, Artikel Slavery and Christianity. Original · Archivkopie Beleg: The Catholic Encyclopedia, Bd. 14 (1912), Artikel Slavery and Christianity
„the serfs belong to the community of monks, and not to the abbot“
Slavery and Christianity, Artikel Slavery and Christianity. Original · Archivkopie - Nach westlichem Kirchenrecht durfte ein Sklave nicht ohne ausdrückliche Zustimmung seines Herrn zum Priester geweiht werden.
Beleg: The Catholic Encyclopedia, Bd. 14 (1912), Artikel Slavery and Christianity
„the Western discipline does not permit a slave to be raised to the priesthood without the formal consent of his master“
Slavery and Christianity, Artikel Slavery and Christianity. Original · Archivkopie - Das Konzil von Eauze verpflichtete 551 die Bischöfe, von ihren Leibeigenen leichtere Dienste zu verlangen als weltliche Grundherren und ihnen ein Viertel der Abgaben zu erlassen.
Beleg: The Catholic Encyclopedia, Bd. 14 (1912), Artikel Slavery and Christianity
„enjoins upon bishops that they must exact of their serfs a lighter service than that performed by the serfs of lay proprietors“
Slavery and Christianity, Artikel Slavery and Christianity. Original · Archivkopie - Geistliche besaßen Sklaven. Nach dem spätrömischen Recht konnten Kleriker ihre Sklaven jederzeit durch bloße Willenserklärung freilassen.
Beleg: Encyclopædia Britannica, 11. Auflage, Bd. 25 (1911), Wikisource, Artikel Slavery, Abschnitt Rom
„clerics could at any time by mere expression of will liberate their slaves“
Slavery, Artikel Slavery, Abschnitt Rom. Original - Ein englisches Konzil ordnete 816 an, dass beim Tod eines Bischofs alle anderen Bischöfe und alle Äbte je drei Sklaven für sein Seelenheil freilassen sollten; Bischöfe und Äbte besaßen also Sklaven.
Beleg: The Catholic Encyclopedia, Bd. 14 (1912), Artikel Slavery and Christianity
„An English council (Celchyte, 816) orders that at the death of a bishop all the other bishops and all the abbots shall enfranchise three slaves each for the repose of his soul“
Slavery and Christianity, Artikel Slavery and Christianity. Original · Archivkopie
Fachliteratur und Nachschlagewerke
- Nachschlagewerk
The Catholic Encyclopedia, Bd. 14 (1912): Slavery and Christianity, 1. Januar 1912. Original · Archivkopie (abgerufen 12. 10. 2026) - Nachschlagewerk
Encyclopædia Britannica, 11. Auflage, Bd. 25 (1911), Wikisource: Slavery, 1. Januar 1911. Original (abgerufen 12. 10. 2026)
Änderungsprotokoll (1)
- : Aufgenommen
Zuletzt geändert am 12. Oktober 2026. Fehlt etwas oder stimmt etwas nicht? Ergänzung oder Korrektur vorschlagen.