Kirchenakte Belegte Ereignisse aus Urteilen, Berichten und kirchlichen Dokumenten
Person 31.05.1885-13.05.1963 · 77 Jahre alt · im Zeitstrahl zeigen

Alois Hudal (1885 bis 1963): Bischof und Rektor der Anima in Rom, Autor der „Grundlagen des Nationalsozialismus“ und Fluchthelfer für NS-Täter; sein Nachfolger bat 2023 Überlebende um Vergebung

Alois Hudal leitete das deutschsprachige Priesterkolleg Santa Maria dell’Anima in Rom. Seine Schrift „Grundlagen des Nationalsozialismus“ erschien 1936. Nach dem Krieg half er NS-Angehörigen und Kriegsverbrechern bei der Flucht. Der Nachlass enthält Hunderte Bittbriefe, auch von ehemaligen SS-Mitgliedern wie Walter Reder und Herbert Kappler und von Charlotte Wächter. 2023 bat der amtierende Rektor Überlebende um Vergebung: „Hudal half den Henkern.“

Lebensdaten
31.05.1885-13.05.1963 (77 Jahre alt)
Land
Italien, Österreich
Institutionen
Santa Maria dell’Anima
Kategorie
Abkommen mit Diktaturen, Fluchthilfe für Kriegsverbrecher
Belegstufe
A Primärquelle · was heißt das?

Was den Menschen geschah

Wer war betroffen? Betroffene und Zahlen

  1. Vatican News nennt ihn Fluchthelfer für NS-Angehörige und Kriegsverbrecher. Der Nachlass enthält Hunderte Briefe mit Bitten um Geld und Hilfe, darunter von den früheren SS-Mitgliedern Walter Reder und Herbert Kappler sowie von Charlotte Wächter, der Witwe des 1949 in Rom gestorbenen Otto Wächter. Der Rektor sagte 2023, in den Dokumenten fänden sich Namen der schlimmsten Verbrecher am jüdischen Volk.
    Beleg: United States Holocaust Memorial Museum Archives, Abstract
    „requesting financial and logistical assistance during and after the war“
    Rektorat (und Nachlass) Alois Hudal, 1922-1963, RG-40.046 (Findbuch), Abstract. Original
    Beleg: United States Holocaust Memorial Museum Archives, Abstract
    „as well as Charlotte Wächter, the widow of Otto Wächter“
    Rektorat (und Nachlass) Alois Hudal, 1922-1963, RG-40.046 (Findbuch), Abstract. Original
    Beleg: Vatican News, Einleitung
    „der Tätigkeit als Fluchthelfer für NS-Angehörige und Kriegsverbrecher“
    Deutsche Gemeinde Rom: Bitte um Vergebung für Versagen Hudals, Einleitung. Original

Was geschah mit den Betroffenen?

  1. Der Historiker Sachslehner wunderte sich 2019, dass es nie eine öffentliche Verurteilung Hudals gegeben habe; Kirche und Politik hätten geschwiegen.
    Beleg: Österreichische Bischofskonferenz, katholisch.at (Kathpress), Hauptteil
    „hat den Weg gewählt, zu schweigen“
    Wien: Neues Buch über umstrittenen Bischof Hudal erschienen, Hauptteil. Original

Hintergrund

Ablauf

  1. Hudal wurde am 31. Mai 1885 geboren und starb am 13. Mai 1963. Das Holocaust Memorial Museum nennt ihn Rektor der Anima von 1923 bis 1952, Vatican News von 1937 bis 1952.
    Beleg: United States Holocaust Memorial Museum Archives, Abstract
    „Bishop Alois Hudal (May 31, 1885“
    Rektorat (und Nachlass) Alois Hudal, 1922-1963, RG-40.046 (Findbuch), Abstract. Original
    Beleg: United States Holocaust Memorial Museum Archives, Biographical Information
    „from 1923 to 1952“
    Rektorat (und Nachlass) Alois Hudal, 1922-1963, RG-40.046 (Findbuch), Biographical Information. Original
    Beleg: Vatican News, Hauptteil
    „von 1937 bis 1952 als Rektor amtierenden Bischofs“
    Deutsche Gemeinde Rom: Bitte um Vergebung für Versagen Hudals, Hauptteil. Original

Warum? Begründung und Motive (laut Quellen)

  1. Hudal gilt laut Kathpress spätestens seit „Grundlagen des Nationalsozialismus“ von 1936 und seiner Fluchthilfe als höchst umstritten. Der Historiker Sachslehner verweist auf antisemitische Aussagen schon nach dem Ersten Weltkrieg.
    Beleg: Österreichische Bischofskonferenz, katholisch.at (Kathpress), Hauptteil
    „Hudal gilt spätestens seit seiner Publikation "Grundlagen des Nationalsozialismus" von 1936 und seines Einsatzes als Fluchthelfer für Nationalsozialisten als höchst umstrittener Kirchenmann.“
    Wien: Neues Buch über umstrittenen Bischof Hudal erschienen, Hauptteil. Original

Reaktion der Kirche

  1. 2023 bat der amtierende Rektor der Anima Holocaust-Überlebende für Hudals Versagen um Vergebung und sagte: „Hudal half den Henkern.“ Die 2006 geöffneten Archivdokumente wurden digitalisiert und dem Holocaust Memorial Museum übergeben.
    Beleg: Vatican News, Hauptteil
    „Hudal half den Henkern.“
    Deutsche Gemeinde Rom: Bitte um Vergebung für Versagen Hudals, Hauptteil. Original
    Beleg: United States Holocaust Memorial Museum Archives, Acquisition information
    „in 2023“
    Rektorat (und Nachlass) Alois Hudal, 1922-1963, RG-40.046 (Findbuch), Acquisition information. Original

Siehe auch

Originaldokumente zum Nachlesen

  1. Kirchliches Dokument
    Vatican News: Deutsche Gemeinde Rom: Bitte um Vergebung für Versagen Hudals, 1. Januar 2023. Original (abgerufen 31.10.2026)
  2. Kirchliches Dokument
    Österreichische Bischofskonferenz, katholisch.at (Kathpress): Wien: Neues Buch über umstrittenen Bischof Hudal erschienen, 1. Januar 2019. Original (abgerufen 31.10.2026)

Fachliteratur und Nachschlagewerke

  1. Fachliteratur
    United States Holocaust Memorial Museum Archives: Rektorat (und Nachlass) Alois Hudal, 1922-1963, RG-40.046 (Findbuch), 1. Januar 2023. Original (abgerufen 31.10.2026)
Änderungsprotokoll (1)
  • : Aufgenommen

Zuletzt geändert am 31. Oktober 2026. Fehlt etwas oder stimmt etwas nicht? Ergänzung oder Korrektur vorschlagen.