Kirchenakte Belegte Ereignisse aus Urteilen, Berichten und kirchlichen Dokumenten
1945 – 1992 · 47 Jahre · im Zeitstrahl zeigen

Gewalt und sexueller Missbrauch bei den Regensburger Domspatzen (Weber-Bericht)

Der vom Bistum Regensburg beauftragte Rechtsanwalt Ulrich Weber stufte 547 ehemalige Schüler des Domchors als Opfer ein: 500 erlitten körperliche, 67 sexuelle Gewalt, verübt von 49 Erziehern, Präfekten und Direktoren. In der Vorschule Etterzhausen/Pielenhofen waren Prügel bis 1992 Alltag; Opfer nannten sie „Gefängnis“, „Hölle“ oder „Konzentrationslager“. Ziel des Systems war laut Bericht, den Willen der Kinder für musikalische Bestleistungen zu brechen. Bis 2010 nahmen die Verantwortlichen Meldungen nicht ernst, um die Institution zu schützen.

Zeitraum
1945 – 1992 (47 Jahre)
Bericht veröffentlicht
18. Juli 2017
Land
Deutschland
Institutionen
Regensburger Domspatzen
Bistum Regensburg
Kategorie
Gewalt, Sexueller Missbrauch, Vertuschung
Belegstufe
A Primärquelle · was heißt das?

Was den Menschen geschah

Wer war betroffen? Betroffene und Zahlen

  1. Von 616 Meldungen und Nennungen wurden 547 Schüler mit hoher Plausibilität als Opfer eingestuft: 500 von körperlicher und 67 von sexueller Gewalt, manche von beidem. 49 Beschuldigte wurden als hoch plausibel bewertet; 45 übten körperliche, 9 sexuelle Gewalt aus.
    Beleg: Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg, Kap. 2.3.2, S. 20
    „Von den insgesamt 616 Opfermeldungen und Opfernennungen wurden 591 hinsichtlich ihrer Plausibilität überprüft.“
    Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 2.3.2, S. 20. Original
    Beleg: Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg, Kap. 0, S. 1
    „Insgesamt 547 ehemalige Domspatzen-Schüler wurden mit hoher Plausibilität als Opfer körperlicher Gewalt (500) und/ oder sexueller Gewalt (67) eingeordnet. Verantwortlich für die begangenen Taten sind 49 als hoch plausibel eingestufte Beschuldigte, von denen 45 körperliche Gewalt und 9 sexuelle Gewalt ausübten.“
    Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 0, S. 1. Original
  2. Bettnässer, oft aus Angst, wurden laut Opfern mit Flüssigkeitsentzug und Lächerlichmachen bestraft und erhielten zusätzlich Schläge. Weil nächtliche Toilettengänge verboten waren oder willkürlich bestraft wurden, nässten manche Kinder deshalb ein.
    Beleg: Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg, Kap. 2.4.4.5, S. 155
    „Dass Bettnässer körperlich durch Flüssigkeitsentzug sowie psychisch durch Lächerlichmachen bestraft wurden, gehört vielleicht zu den dunkelsten Kapiteln dieser mehr als schwarzen Etterzhausener Pädagogik.“
    Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 2.4.4.5, S. 155. Original
    Beleg: Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg, Kap. 2.4.4.5, S. 155
    „Viele von uns, auch ich, machten nachts vor lauter Angst ins Bett, um als Konsequenz dafür noch mehr Schläge zu erhalten.“
    Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 2.4.4.5, S. 155. Original
    Beleg: Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg, Kap. 2.4.4.5, S. 155
    „Aber auch Toilettenverbote und die willkürliche Behandlung nächtlicher Toilettengänge führten dazu, dass manche Schüler teilweise sogar bewusst einnässten.“
    Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 2.4.4.5, S. 155. Original
  3. Den Großteil der sexuellen Gewalt in der Vorschule, auch der schweren, verübte deren Direktor; gegen ihn liegen 26 Opfermeldungen für 1966 bis 1992 vor. Im Gymnasium übten bis 1972 drei Internatsdirektoren und ein Präfekt sexuelle Gewalt aus, teils an zahlreichen Schülern.
    Beleg: Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg, Kap. 2.1, S. 13
    „Ein Großteil der beschriebenen Vorfälle – auch von schwerer sexueller Gewalt – ist dem Vorschuldirektor zuzuschreiben.“
    Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 2.1, S. 13. Original
    Beleg: Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg, Kap. 2.4.4.4, Tabelle 11, S. 152
    „Direktor M. 26 1966-92 schwerer sex. Missbrauch hoch“
    Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 2.4.4.4, Tabelle 11, S. 152. Original
    Beleg: Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg, Kap. 2.1, S. 13
    „Sexuelle Gewalt war bis 1972 bei vier Beschuldigten hoch plausibel, davon drei Internatsdirektoren und ein Präfekt, die teilweise bei zahlreichen Schülern sexuelle Gewalt ausübten.“
    Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 2.1, S. 13. Original

Wie wurden sie angeklagt und verurteilt?

  1. Die körperliche Gewalt war fast im gesamten Zeitraum verboten und strafbar, die sexuellen Übergriffe ebenso. Von den vier Haupttätern sexueller Gewalt im Gymnasium wurden zwei strafrechtlich verfolgt; bei den anderen unterblieb ein Verfahren wegen Verjährung oder Tod. Ein Internatsdirektor wurde 1959 zu drei Jahren Gefängnis verurteilt und war danach bis 1982 als Hausgeistlicher bei Ordensschwestern mit Mädchenschule in der Schweiz tätig.
    Beleg: Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg, Kap. 0, S. 1
    „Bis auf wenige Ausnahmen waren die Vorfälle körperlicher Gewalt im gesamten Berichtszeitraum verboten und strafbar. Die sexuellen Übergriffe sind ebenso als Straftat einzuordnen.“
    Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 0, S. 1. Original
    Beleg: Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg, Kap. 2.5.3.1, S. 174
    „Von den vier Beschuldigten wurden bereits zwei nach Bekanntwerden der Vorfälle strafrechtlich verfolgt. Bei den anderen beiden Personen wurde aufgrund von Verjährung bzw. Ableben des Beschuldigten kein Verfahren eingeleitet.“
    Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 2.5.3.1, S. 174. Original
    Beleg: Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg, Kap. 2.5.3.1, S. 174
    „1958 wurde er nach Bekanntwerden von sexuellen Übergriffen auf Internatsschüler beurlaubt und 1959 zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Nach seiner vorzeitigen Haftentlassung 1961 war er anschließend in der Schweiz als Hausgeistlicher bei einem Schwesternkonvent mit angegliederter Mädchenschule bis 1982 aktiv.“
    Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 2.5.3.1, S. 174. Original

Was geschah mit den Betroffenen?

  1. Viele Opfer leiden bis heute an psychischen Langzeitfolgen, die ihren Alltag erheblich beeinträchtigen.
    Beleg: Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg, Kap. 2.1, S. 13
    „in zahlreichen Fällen zu psychischen Langzeitfolgen, die bei vielen Opfern auch heute noch erhebliche Auswirkungen auf das tägliche Leben nach sich ziehen.“
    Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 2.1, S. 13. Original

Zeugenberichte und Akten

Zeitzeuge Ein Opfer über das Jahr 1959, nachdem es den Missbrauch durch den Internatsdirektor angedeutet hatte

Herr M. führte mich in ein Zimmer, packte mich an den Haaren und schlug wie ein Maschinenhammer unaufhörlich mit Fäusten auf mich ein, zuerst ins Gesicht, dann auf den Kopf und schließlich auf den übrigen Körper, so dass ich glaubte, mein Ende sei gekommen. Blutend und am ganzen Körper mit Blutergüssen übersät zog ich mich in den Schlafsaal zurück ins Bett, wo ich fast zwei Wochen vor Schmerzen kaum aufstehen konnte.

Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg: Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 4.2.2.2, S. 370. Original
Zeitzeuge Opfer aus der Vorschule, 1960er Jahre

In Etterzhausen kann ich mich nicht an einen Abend erinnern, wo nicht einer von uns mit dem Rohrstock bestraft wurde.

Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg: Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 2.4.4.1, S. 137. Original
Zeitzeuge Opfer aus den 1960er Jahren über die Anerkennungszahlung

Diese gezahlte Summe erkennt nichts an, sie ist wie eine Briefmarke auf einem Brief, nicht mehr. Niemand übernimmt Verantwortung, niemand sieht etwas auch für jene Zeit Unbotmäßiges. Hunderte von Kindern wurden traumatisiert, viele haben alles verdrängt um sich und ihre Seele zu schützen.

Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg: Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 4.3.4.1, S. 401. Original

Hintergrund

Ablauf

  1. In der Vorschule in Etterzhausen und Pielenhofen herrschten Gewalt, Angst und Hilflosigkeit. Opfer beschrieben sie als „Gefängnis“, „Hölle“ oder „Konzentrationslager“, viele als schlimmste Zeit ihres Lebens. Körperliche Gewalt war alltäglich und oft brutal, mit Schwerpunkt in den 1960er und 1970er Jahren und Vorfällen bis 1992.
    Beleg: Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg, Kap. 0, S. 1
    „In der Vorschule der Domspatzen in Etterzhausen und Pielenhofen dominierte Gewalt, Angst und Hilflosigkeit.“
    Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 0, S. 1. Original
    Beleg: Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg, Kap. 2.1, S. 12
    „Die Vorschule der Domspatzen in Etterzhausen und Pielenhofen beschrieben die Opfer als „Gefängnis“, „Hölle“ oder „Konzentrationslager“. Viele von ihnen schilderten diese Zeit als die schlimmste ihres Lebens“
    Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 2.1, S. 12. Original
    Beleg: Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg, Kap. 2.1, S. 12
    „Physische Gewalt war alltäglich, vielfach brutal und wurde gegenüber einem Großteil der Schüler ausgeübt. Zeitlich liegt der Schwerpunkt in den 60er- und 70er-Jahren, wobei bis 1992 durchgängig von Vorfällen körperlicher Gewaltanwendung berichtet wird.“
    Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 2.1, S. 12. Original
  2. Am häufigsten waren Ohrfeigen und Schläge ins Gesicht, Ziehen an Haaren und Ohren, Werfen von Gegenständen und Stockschläge auf Hände oder Gesäß, auch öffentlich vor allen Schülern. Anlass waren Regelbrüche, schlechte Leistungen oder schlicht „Kindsein“; Strafe und Verstoß standen meist in grobem Missverhältnis.
    Beleg: Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg, Kap. 2.4.4.1, S. 136
    „Die häufigsten Gewaltarten in der Vorschule waren Ohrfeigen bzw. Schläge ins Gesicht, das Ziehen an Haaren oder Ohren, das Werfen von Gegenständen sowie Schläge mit dem Stock“
    Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 2.4.4.1, S. 136. Original
    Beleg: Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg, Kap. 2.1, S. 12
    „Fehlverhalten, Schlechtleistung oder „Kindsein“ wurden in Form von Individualstrafen, aber auch von Kollektivstrafen sanktioniert. Es bestand meist ein grobes Missverhältnis zwischen Regelverstoß und Bestrafung.“
    Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 2.1, S. 12. Original

Warum? Begründung und Motive (laut Quellen)

  1. Laut Bericht war die gesamte Erziehung auf musikalische Bestleistungen des Chors ausgerichtet. Neben persönlichen Motiven der Täter gab es ein institutionelles Motiv: mit maximaler Disziplin den Willen der Kinder zu brechen. Ein System der Isolation sorgte dafür, dass kaum etwas nach außen drang.
    Beleg: Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg, Kap. 0, S. 1
    „Das gesamte Erziehungssystem war auf musikalische Bestleistungen und damit auf den Erfolg des Chors ausgerichtet. Neben individuellen Tatmotiven bildeten somit auch institutionelle Motive – nämlich mit dem Ziel der maximalen Disziplin und Leistungsbereitschaft den Willen der Kinder zu brechen – die Grundlage für Gewalt.“
    Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 0, S. 1. Original
    Beleg: Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg, Kap. 0, S. 1
    „Kommunikationsverhinderung ermöglichte, dass von“
    Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 0, S. 1. Original

Reaktion der Kirche

  1. Von 1945 bis 2010 reagierten die Verantwortlichen laut Bericht überwiegend mit Ignoranz und Desinteresse; Meldungen wurden nicht ernst genommen, eine Reaktion blieb zum Schutz der Institution oft aus. Schüler, die 1959 von den Taten des verurteilten Direktors berichteten, wurden als Lügner bedroht und verprügelt. Sein Strafurteil fehlte später in seiner Personalakte.
    Beleg: Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg, Kap. 0, S. 2
    „Die Zeit von 1945 bis 2010 ist überwiegend geprägt von Ignoranz und Desinteresse durch die Verantwortungsträger der Domspatzen in Bezug auf die Gewaltvorfälle in Vorschule und Gymnasium. Opfermeldungen wurden nicht ernst genommen. Eine adäquate Reaktion auf Gewaltvorfälle blieb zum Schutz der Institution vielfach aus.“
    Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 0, S. 2. Original
    Beleg: Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg, Kap. 4.2.2.2, S. 370
    „Mit dem beschriebenen Vorgang wurden somit auch nach rechtskräftiger Verurteilung von Z. im Mai 1959 weitere verfahrensfremde Opfer „mundtot“ gemacht.“
    Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 4.2.2.2, S. 370. Original
    Beleg: Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg, Kap. 4.2.2.2, S. 370
    „Das Gerichtsurteil von Z. als verurteilter Sexualstraftäter war darin jedoch nicht zu finden und musste durch das Bistum erst aus Archiven der Justiz organisiert werden.“
    Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 4.2.2.2, S. 370. Original
  2. Die Aufarbeitung durch das Bistum ab 2010 verfehlte laut Bericht wegen zahlreicher Fehler über weite Strecken die Erwartungen der Opfer; deshalb beauftragte das Bistum 2015 die externe Untersuchung. Opfer bezeichneten die anfangs gezahlten 2.500 Euro als „Beleidigung“ und „Schweigegelder“.
    Beleg: Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg, Kap. 0, S. 2
    „Aufgrund zahlreicher Fehler in der strategischen Ausrichtung, in organisatorischen Strukturen und Prozessen sowie in der Kommunikation konnten die Erwartungen der Opfer und der eigene formulierte Anspruch an den Aufarbeitungsprozess über weite Strecken nicht erfüllt werden.“
    Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 0, S. 2. Original
    Beleg: Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg, Kap. 4.3.4.1, S. 402
    „Die bisher gezahlten 2.500 Euro empfinde ich als Beleidigung und nicht als Anerkennung des Leids.“
    Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), Kap. 4.3.4.1, S. 402. Original

Siehe auch

Originaldokumente zum Nachlesen

  1. Kommissionsbericht
    Ulrich Weber, Johannes Baumeister, im Auftrag des Bistums Regensburg: Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen (Abschlussbericht), 18. Juli 2017. Original (abgerufen 12. 10. 2026)
Änderungsprotokoll (1)
  • : Aufgenommen

Zuletzt geändert am 12. Oktober 2026. Fehlt etwas oder stimmt etwas nicht? Ergänzung oder Korrektur vorschlagen.