Bau des Bischofssitzes in Limburg für rund 31,5 Millionen Euro
Der Bau des Diözesanen Zentrums auf dem Limburger Domberg kostete rund 31,5 Millionen Euro. Öffentlich nannte das Bistum noch im Juni 2013 offenkundig falsche 9,85 Millionen Euro. Laut der Prüfkommission der Deutschen Bischofskonferenz gingen die Ausgestaltung vorwiegend auf Wünsche und Aufträge des Bischofs zurück, Kostenfragen wich er bewusst aus. Die Beteiligten waren zu strikter Verschwiegenheit verpflichtet, Unterlagen wurden zweifach versiegelt übergeben, Kontrollgremien nicht ordnungsgemäß beteiligt. Der damalige Bischof wird hier nicht namentlich genannt, weil er lebt und nicht verurteilt ist.
- Zeitraum
- 2004 – 2014 (10 Jahre)
- Bericht veröffentlicht
- 26. März 2014
- Land
- Deutschland
- Institutionen
- Bischöflicher Stuhl zu Limburg
Bischof von Limburg
Domkapitel Limburg - Kategorie
- Finanzdelikt, Vertuschung
- Belegstufe
- A Primärquelle · was heißt das?
Hintergrund
Ablauf
- Das Bauprojekt begann 2004 mit Vorplanungen und ging 2010 in die entscheidende Phase.
Beleg: Deutsche Bischofskonferenz, S. 1
„Bauprojekt schon 2004 in Form von Vorplanungen begann, bevor es 2010 in die „heiße Phase“ gelangte“
Einführende Erläuterungen zum Abschlussbericht über die externe kirchliche Prüfung der Baumaßnahmen auf dem Domberg in Limburg (Pressemitteilung 050a), S. 1. Original · Archivkopie - Spätestens am 11. September 2013 wusste der Bischof laut Bericht, dass das Projekt rund 31,5 Millionen Euro kosten würde.
Beleg: Deutsche Bischofskonferenz, S. 2, Abschnitt 1
„spätestens am 11. September 2013 bekannt gewesen sei, dass das Projekt rund 31,5 Mio. Euro kosten würde“
Einführende Erläuterungen zum Abschlussbericht über die externe kirchliche Prüfung der Baumaßnahmen auf dem Domberg in Limburg (Pressemitteilung 050a), S. 2, Abschnitt 1. Original · Archivkopie - Noch am 28. Juni 2013 wurden öffentlich offenkundig falsche Kosten von 9,85 Millionen Euro genannt.
Beleg: Deutsche Bischofskonferenz, S. 2, Abschnitt 2
„geringgerechnet und noch am 28. Juni 2013 offenkundig falsche Zahlen (9,85 Mio. Euro) öffentlich genannt wurden“
Einführende Erläuterungen zum Abschlussbericht über die externe kirchliche Prüfung der Baumaßnahmen auf dem Domberg in Limburg (Pressemitteilung 050a), S. 2, Abschnitt 2. Original · Archivkopie - Neben dem Bischof gab es nur drei verantwortlich Handelnde, die zu strikter Verschwiegenheit verpflichtet waren; Unterlagen des Bischofs wurden zweifach versiegelt übergeben.
Beleg: Deutsche Bischofskonferenz, S. 2, Abschnitt 2
„dem Bischof gab es letztlich nur drei verantwortlich handelnde Personen, die wiederum zu strikter Verschwiegenheit verpflichtet waren“
Einführende Erläuterungen zum Abschlussbericht über die externe kirchliche Prüfung der Baumaßnahmen auf dem Domberg in Limburg (Pressemitteilung 050a), S. 2, Abschnitt 2. Original · Archivkopie Beleg: Deutsche Bischofskonferenz, S. 2, Abschnitt 2
„Unterlagen vom Bischof wurden zweifach versiegelt übergeben“
Einführende Erläuterungen zum Abschlussbericht über die externe kirchliche Prüfung der Baumaßnahmen auf dem Domberg in Limburg (Pressemitteilung 050a), S. 2, Abschnitt 2. Original · Archivkopie - Der Vermögensverwaltungsrat, den der Bischof 2011 anstelle der bisherigen Kontrollgremien eingesetzt hatte, erhielt laut Bericht wohl nicht die nötigen Informationen; dem geltenden Kirchenrecht wurde in zahlreichen Fällen nicht Rechnung getragen.
Beleg: Deutsche Bischofskonferenz, S. 2, Abschnitt 1
„erhebliche Zweifel bestehen, ob ihm jeweils die für eine verantwortungsgerechte Beschlussfassung erforderlichen Informationen zur Verfügung“
Einführende Erläuterungen zum Abschlussbericht über die externe kirchliche Prüfung der Baumaßnahmen auf dem Domberg in Limburg (Pressemitteilung 050a), S. 2, Abschnitt 1. Original · Archivkopie Beleg: Deutsche Bischofskonferenz, S. 2, Abschnitt 1
„Fazit: Dem geltenden Recht wurde in zahlreichen Fällen nicht Rechnung getragen“
Einführende Erläuterungen zum Abschlussbericht über die externe kirchliche Prüfung der Baumaßnahmen auf dem Domberg in Limburg (Pressemitteilung 050a), S. 2, Abschnitt 1. Original · Archivkopie - Auch dem päpstlichen Gesandten Kardinal Lajolo nannte der Bischof Anfang September nicht die tatsächlichen Zahlen.
Beleg: Deutsche Bischofskonferenz, S. 3
„durch den Bischof nicht die tatsächlichen Zahlen angegeben“
Einführende Erläuterungen zum Abschlussbericht über die externe kirchliche Prüfung der Baumaßnahmen auf dem Domberg in Limburg (Pressemitteilung 050a), S. 3. Original · Archivkopie
Warum? Begründung und Motive (laut Quellen)
- Die Ausgestaltung ging laut Bericht vorwiegend auf Wünsche und Aufträge des Bischofs zurück; der Bau entwickelte sich durch ständig steigende Ansprüche an Materialien, künstlerische Ausgestaltung und Ausstattung zu immer höheren Kosten.
Beleg: Deutsche Bischofskonferenz, S. 2 (zitiert Bericht S. 37)
„„Die Ausgestaltung des Bauprojekts in der ihm eigenen Wertigkeit geht vorwiegend auf Wünsche und Aufträge des Bischofs zurück.““
Einführende Erläuterungen zum Abschlussbericht über die externe kirchliche Prüfung der Baumaßnahmen auf dem Domberg in Limburg (Pressemitteilung 050a), S. 2 (zitiert Bericht S. 37). Original · Archivkopie Beleg: Deutsche Bischofskonferenz, S. 3, Abschnitt 3
„entwickelte sich durch ständige Steigerungen der Ansprüche an Materialien, künstlerische Ausgestaltung, aufwendige technische Ausstattungen und sonstige aufwendige Objekte permanent in Richtung höherer Kosten weiter“
Einführende Erläuterungen zum Abschlussbericht über die externe kirchliche Prüfung der Baumaßnahmen auf dem Domberg in Limburg (Pressemitteilung 050a), S. 3, Abschnitt 3. Original · Archivkopie - Die Kosten wurden kleingerechnet, weil der Bischof wollte, dass der Bau in der Öffentlichkeit nicht zu einer Belastung für ihn würde.
Beleg: Deutsche Bischofskonferenz, S. 2, Abschnitt 2
„Der Bischof hatte den Wunsch, dass der Bau in der Öffentlichkeit nicht zu einer Belastung für ihn würde, weshalb die tatsächlichen Kosten geringgerechnet“
Einführende Erläuterungen zum Abschlussbericht über die externe kirchliche Prüfung der Baumaßnahmen auf dem Domberg in Limburg (Pressemitteilung 050a), S. 2, Abschnitt 2. Original · Archivkopie - Um Finanzierungsfragen kümmerte sich der Bischof nicht und wich ihnen bewusst aus; der Generalvikar musste unter anderem einen Kredit über 15 Millionen Euro aufnehmen.
Beleg: Deutsche Bischofskonferenz, S. 2, Abschnitt 2
„nicht nur nicht um Einzelheiten der Finanzierung, sondern wich Kostenfragen auch bewusst aus. Der Generalvikar musste die Finanzierung u.a. durch einen 15 Mio. Euro-Kredit sicherstellen“
Einführende Erläuterungen zum Abschlussbericht über die externe kirchliche Prüfung der Baumaßnahmen auf dem Domberg in Limburg (Pressemitteilung 050a), S. 2, Abschnitt 2. Original · Archivkopie
Presseberichte
Weiterführende Berichterstattung. Presseartikel sind keine Belege dieser Chronik; Angaben daraus stehen oben nur, wenn eine Primär- oder Fachquelle sie bestätigt.
- WELT: Skandalbau: Der elegante Bischofssitz mit luxuriösen Details (Bildergalerie). Artikel · Archivkopie
Originaldokumente zum Nachlesen
- Kirchliches Dokument
Deutsche Bischofskonferenz: Einführende Erläuterungen zum Abschlussbericht über die externe kirchliche Prüfung der Baumaßnahmen auf dem Domberg in Limburg (Pressemitteilung 050a), 26. März 2014. Original · Archivkopie (abgerufen 11. 10. 2026)
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