Kirchenakte Belegte Ereignisse aus Urteilen, Berichten und kirchlichen Dokumenten
1675-1690 · 15 Jahre · im Zeitstrahl zeigen

Erzbistum Salzburg 1675 bis 1690: Zauberer-Jackl-Prozesse, ein seltener Massenprozess gegen Kinder; zwei Drittel der Angeklagten waren Kinder oder Jugendliche aus der Bettlerschicht, die meisten wurden hingerichtet

Die Zauberer-Jackl-Prozesse im Erzbistum Salzburg von 1675 bis 1690 gehörten zu den wenigen Massenhexenprozessen mit Kindern als Angeklagten. Ungefähr zwei Drittel der Angeklagten waren Kinder oder Jugendliche aus der Bettlerschicht, die meisten wurden hingerichtet. Gesucht wurde der angebliche Zauberer Jackl, den man für Jakob Koller hielt und der nie gefasst wurde. Erzbischof und Landesfürst war ab 1668 Maximilian Gandolph von Kuenburg.

Zeitraum
1675-1690 (15 Jahre)
Land
Österreich
Institutionen
Erzstift Salzburg
Kategorie
Verfolgung
Belegstufe
B zwei unabhängige Fachquellen · was heißt das?
Personen
Maximilian Gandolph von Kuenburg (Erzbischof und Fürst von Salzburg)

Was den Menschen geschah

Wer war betroffen? Betroffene und Zahlen

  1. Laut der Dissertation von Nifl Heim waren ungefähr zwei Drittel der Angeklagten Kinder oder junge Erwachsene aus der Bettlerschicht, die meisten wurden hingerichtet.
    Beleg: Universität des Saarlandes (SciDok), Abstract
    „roughly two thirds of the accused were either children or young adults from the beggar stratum, and most of them were executed“
    Nordian Nifl Heim, Flights of (in)fancy: the child-witches of Salzburg, Dissertation Universität des Saarlandes 2010 (Abstract), Abstract. Original

Wie wurden sie angeklagt und verurteilt?

  1. Das Verfahren zielte auf den angeblichen Erzmagier Zauberer Jackl, der die Kinder dem Teufel zugeführt haben sollte. Die Zeitgenossen hielten ihn für Jakob Koller, den Sohn einer Bettlerin; er wurde nie gefasst. Die Verhöre fanden an lokalen Gerichten des Erzbistums und am Hofgericht in Salzburg statt.
    Beleg: Universität des Saarlandes (SciDok), Abstract
    „reputed for having apprenticed the children to the devil“
    Nordian Nifl Heim, Flights of (in)fancy: the child-witches of Salzburg, Dissertation Universität des Saarlandes 2010 (Abstract), Abstract. Original
    Beleg: Universität des Saarlandes (SciDok), Abstract
    „at the local archbishopric courts and at the Grand Aulic Court in Salzburg“
    Nordian Nifl Heim, Flights of (in)fancy: the child-witches of Salzburg, Dissertation Universität des Saarlandes 2010 (Abstract), Abstract. Original

Hintergrund

Reaktion der Kirche

  1. Maximilian Gandolph von Kuenburg wurde am 28. Juni 1668 zum Erzbischof und Fürsten von Salzburg gewählt und regierte im Großteil der Prozesszeit.
    Beleg: Constant von Wurzbach (Wikisource), Artikel Kuenburg, Maximilian Gandolph
    „Am 28. Juni 1668 wurde er zum Erzbischof und Fürsten von Salzburg erwählt“
    Kuenburg, Maximilian Gandolph, in: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich, Bd. 13 (1865), Artikel Kuenburg, Maximilian Gandolph. Original

Siehe auch

Fachliteratur und Nachschlagewerke

  1. Fachliteratur
    Universität des Saarlandes (SciDok): Nordian Nifl Heim, Flights of (in)fancy: the child-witches of Salzburg, Dissertation Universität des Saarlandes 2010 (Abstract), 1. Januar 2010. Original (abgerufen 31.10.2026)
  2. Nachschlagewerk
    Constant von Wurzbach (Wikisource): Kuenburg, Maximilian Gandolph, in: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich, Bd. 13 (1865), 1. Januar 1865. Original (abgerufen 31.10.2026)
Änderungsprotokoll (1)
  • : Aufgenommen

Zuletzt geändert am 31. Oktober 2026. Fehlt etwas oder stimmt etwas nicht? Ergänzung oder Korrektur vorschlagen.