Kirchenakte Belegte Ereignisse aus Urteilen, Berichten und kirchlichen Dokumenten
Person 1570-1630 · etwa 60 Jahre alt · im Zeitstrahl zeigen

Friedrich Förner, Weihbischof von Bamberg

Friedrich Förner, 1570 in Weismain geboren, war Domprediger, ab 1610 Generalvikar und Weihbischof von Bamberg und zeitweise wohl die einflussreichste Person der Diözese. Laut Neuer Deutscher Biographie war er einer der geistigen Urheber der Bamberger Hexenprozesse. 1625 veröffentlichte er einen Katalog von Abwehrmitteln gegen Magie und Dämonen, 1626 erschienen seine 35 Hexenpredigten, die er dem Eichstätter Fürstbischof Westerstetten widmete. In den Hochstiften Bamberg und Würzburg fielen in dieser Zeit laut Historischem Lexikon Bayerns je 900 bis 1.200 Menschen der Verfolgung zum Opfer. Förner starb 1630.

Lebensdaten
1570-1630 (etwa 60 Jahre alt)
Land
Deutschland
Institutionen
Bistum Bamberg
Hochstift Bamberg
Kategorie
Verfolgung
Belegstufe
B zwei unabhängige Fachquellen · was heißt das?

Was den Menschen geschah

Wer war betroffen? Betroffene und Zahlen

  1. In den Hochstiften Bamberg und Würzburg fielen laut Historischem Lexikon Bayerns in der Verfolgungsphase um 1626 bis 1630 jeweils zwischen 900 und 1.200 Menschen zum Opfer. Das Lexikon hebt hervor, dass die Predigten von Geistlichen für viele Zeitgenossen der einzige Zugang zu gebildeten Diskursen über Hexerei waren und ihr Einfluss auf die Meinungsbildung nicht unterschätzt werden darf. Siehe Eintrag Hexenverfolgung in den fränkischen Hochstiften.
    Beleg: Andreas Flurschütz da Cruz, Historisches Lexikon Bayerns (Bayerische Staatsbibliothek), Abschnitt Ausmaß und Spezifika
    „der in Bamberg und in Würzburg jeweils im gesamten Territorium zwischen 900 und 1.200 Menschen zum Opfer fielen“
    Hexenverfolgung, Abschnitt Ausmaß und Spezifika. Original
    Beleg: Andreas Flurschütz da Cruz, Historisches Lexikon Bayerns (Bayerische Staatsbibliothek), Abschnitt Verfolger und weitere Akteure
    „Tatsächlich waren die Predigten von Geistlichen für viele Zeitgenossen der einzige Zugang zu gebildeten Diskursen im Allgemeinen und zu speziellen Themen wie Hexerei; ihr Einfluss auf die Meinungsbildung der Bevölkerung darf daher nicht unterschätzt werden.“
    Hexenverfolgung, Abschnitt Verfolger und weitere Akteure. Original

Hintergrund

Ablauf

  1. Förner wurde 1570 in Weismain geboren und starb 1630 in Bamberg. Nach Studien unter anderem am Collegium Germanicum in Rom wurde er 1603 Domprediger, 1610 Generalvikar, Weihbischof und Pfarrer von Sankt Martin in Bamberg. Er war Rat Kaiser Ferdinands II. und des bayerischen Kurfürsten Maximilian I. und laut NDB zeitweilig wohl die einflussreichste Persönlichkeit der Bamberger Diözese.
    Beleg: Friedrich Merzbacher, Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 270, Deutsche Biographie (Online-Version), Lebensdaten
    „Lebensdaten 1570 – 1630 Geburtsort Weismain (Oberfranken) Sterbeort Bamberg“
    Förner (Forner), Friedrich, Lebensdaten. Original · Archivkopie
    Beleg: Friedrich Merzbacher, Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 270, Deutsche Biographie (Online-Version), Biographie
    „1603 Domprediger, 1610 Generalvikar, Weihbischof (von Hebron) und Pfarrer von Sankt Martin zu Bamberg“
    Förner (Forner), Friedrich, Biographie. Original · Archivkopie
    Beleg: Friedrich Merzbacher, Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 270, Deutsche Biographie (Online-Version), Biographie
    „zeitweilig überhaupt wohl die einflußreichste Persönlichkeit der Bamberger Diözese“
    Förner (Forner), Friedrich, Biographie. Original · Archivkopie

Reaktion der Kirche

  1. Laut NDB war Förner einer der geistigen Urheber der Bamberger Hexenprozesse vor der schwedischen Besatzung. In seiner Schrift Panoplia armaturae Dei von 1625 stellte er einen ganzen Katalog von Abwehrmitteln und „Rezepten“ gegen Magie und Dämonenwerk auf. 1626 erschienen seine 35 Hexenpredigten im Druck; er widmete sie dem Eichstätter Fürstbischof Johann Christoph von Westerstetten, unter dem die Hexenprozesse laut Historischem Lexikon Bayerns den Charakter systematischer Verfolgungen annahmen.
    Beleg: Friedrich Merzbacher, Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 270, Deutsche Biographie (Online-Version), Biographie
    „Er war einer der geistigen Urheber der Bamberger Hexenprozesse vor der schwedischen Besatzung und hat in seiner Panoplia armaturae einen ganzen Katalog von Abwehrmitteln und „Rezepten“ gegen Magie und Dämonenwerk aufgestellt.“
    Förner (Forner), Friedrich, Biographie. Original · Archivkopie
    Beleg: Andreas Flurschütz da Cruz, Historisches Lexikon Bayerns (Bayerische Staatsbibliothek), Abschnitt Ausmaß und Spezifika
    „Der Bamberger Weihbischof und Generalvikar Dr. Friedrich Förner (gest. 1630) widmete seine 35 Hexenpredigten, die 1626 im Druck erschienen, dem Eichstätter Bischof“
    Hexenverfolgung, Abschnitt Ausmaß und Spezifika. Original
    Beleg: Andreas Flurschütz da Cruz, Historisches Lexikon Bayerns (Bayerische Staatsbibliothek), Abschnitt Ausmaß und Spezifika
    „unter dessen Regierung Hexenprozesse den Charakter systematischer Verfolgungen annahmen“
    Hexenverfolgung, Abschnitt Ausmaß und Spezifika. Original

Siehe auch

Fachliteratur und Nachschlagewerke

  1. Nachschlagewerk
    Friedrich Merzbacher, Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 270, Deutsche Biographie (Online-Version): Förner (Forner), Friedrich, 1. Januar 1961. Original · Archivkopie (abgerufen 31.10.2026)
  2. Nachschlagewerk
    Andreas Flurschütz da Cruz, Historisches Lexikon Bayerns (Bayerische Staatsbibliothek): Hexenverfolgung, 20. Januar 2022. Original (abgerufen 31.10.2026)
Änderungsprotokoll (1)
  • : Aufgenommen

Zuletzt geändert am 31. Oktober 2026. Fehlt etwas oder stimmt etwas nicht? Ergänzung oder Korrektur vorschlagen.