2002-2021 · 19 Jahre
· im Zeitstrahl zeigen
Bistum Trier 2002 bis 2021: Dritter Zwischenbericht der Universität Trier nennt 37 Beschuldigte, mindestens 59 Betroffene und Versäumnisse beider Bischöfe; einer wurde wegen Offenlegung eines Betroffenen-Pseudonyms verurteilt
Der dritte Zwischenbericht wertet 1.279 Aktenbände und 30 Gespräche aus. Für 1946 bis 2021 nennt er 246 Beschuldigte und 734 Betroffene, für 2001 bis 2021 37 Beschuldigte und mindestens 59 Betroffene. Im ersten Zeitraum informierte das Bistum die Staatsanwaltschaft in keinem Neufall. Im zweiten sieht der Bericht Fortschritte bei Aufklärung und Anzeige, aber langsame Verfahren, zu wenig Transparenz und den Einsatz verurteilter Täter in der Kategorialseelsorge. Der Bischof wurde rechtskräftig verurteilt, weil er 2022 ein Pseudonym einer Betroffenen auflöste.
- Zeitraum
- 2002-2021 (19 Jahre)
- Bericht veröffentlicht
- 30. Oktober 2025
- Land
- Deutschland
- Institutionen
- Bistum Trier
- Kategorie
- Sexueller Missbrauch, Vertuschung
- Belegstufe
- A Primärquelle · was heißt das?
Was den Menschen geschah
Wer war betroffen? Betroffene und Zahlen
- Für den gesamten Studienzeitraum 1946 bis 2021 sind 246 Beschuldigte und 734 Betroffene bekannt. Für 2001 bis 2021 wurden 37 Beschuldigte und mindestens 59 Betroffene ermittelt, auf Grundlage von 1.279 Aktenbänden und 30 Gesprächen.
Beleg: Universität Trier, im Auftrag der Unabhängigen Aufarbeitungskommission, S. 1
„Für den Gesamtzeitraum unserer Studie 1946 bis 2021 werden aktuell 246 Beschuldigte identifiziert“
Lena Haase, Lutz Raphael: Sexueller Missbrauch im Bistum Trier, Dritter Zwischenbericht (Kurzfassung), S. 1. Original Beleg: Universität Trier, im Auftrag der Unabhängigen Aufarbeitungskommission, S. 1
„734 Personen sind als Betroffene bekannt.“
Lena Haase, Lutz Raphael: Sexueller Missbrauch im Bistum Trier, Dritter Zwischenbericht (Kurzfassung), S. 1. Original Beleg: Universität Trier, im Auftrag der Unabhängigen Aufarbeitungskommission, S. 1
„mindestens 59 Betroffene ermittelt“
Lena Haase, Lutz Raphael: Sexueller Missbrauch im Bistum Trier, Dritter Zwischenbericht (Kurzfassung), S. 1. Original
Was geschah mit den Betroffenen?
- Als schwerwiegenden persönlichen Fehler nennt der Bericht, dass der Bischof im März 2022 das Pseudonym einer Betroffenen in einer internen Besprechung auflöste. Das Amtsgericht Trier verurteilte ihn dafür rechtskräftig.
Beleg: Universität Trier, im Auftrag der Unabhängigen Aufarbeitungskommission, S. 3
„Schwerwiegender persönlicher Fehler“
Lena Haase, Lutz Raphael: Sexueller Missbrauch im Bistum Trier, Dritter Zwischenbericht (Kurzfassung), S. 3. Original Beleg: Universität Trier, im Auftrag der Unabhängigen Aufarbeitungskommission, S. 3
„Trier rechtskräftig verurteilt“
Lena Haase, Lutz Raphael: Sexueller Missbrauch im Bistum Trier, Dritter Zwischenbericht (Kurzfassung), S. 3. Original
Hintergrund
Reaktion der Kirche
- In der ersten Amtszeit bis 2009 wurde die Staatsanwaltschaft in keinem einzigen Neufall durch das Bistum informiert. In vier von zwölf Fällen blieben Meldungen ohne Folgen, die alten Gewohnheiten der „pastoralen Milde“ wirkten fort. Nur in zwei dokumentierten Fällen wurde Betroffenen konkrete Hilfe angeboten. Interne Aufklärung gab es in acht von zwölf Fällen, laut Bericht ein Fortschritt.
Beleg: Universität Trier, im Auftrag der Unabhängigen Aufarbeitungskommission, S. 2
„Die Staatsanwaltschaft wurde in keinem einzigen „Neufall“ durch“
Lena Haase, Lutz Raphael: Sexueller Missbrauch im Bistum Trier, Dritter Zwischenbericht (Kurzfassung), S. 2. Original Beleg: Universität Trier, im Auftrag der Unabhängigen Aufarbeitungskommission, S. 2
„Die alten Gewohnheiten der „pastoralen Milde“ wirkten fort.“
Lena Haase, Lutz Raphael: Sexueller Missbrauch im Bistum Trier, Dritter Zwischenbericht (Kurzfassung), S. 2. Original Beleg: Universität Trier, im Auftrag der Unabhängigen Aufarbeitungskommission, S. 2
„Nur in zwei dokumentierten Fällen wurde Betroffenen konkrete“
Lena Haase, Lutz Raphael: Sexueller Missbrauch im Bistum Trier, Dritter Zwischenbericht (Kurzfassung), S. 2. Original - Für die zweite Amtszeit ab 2009 stellt der Bericht deutliche Fortschritte fest: 14 von 15 neuen Fällen wurden intern ermittelt, 13 an Staatsanwaltschaft und Glaubenskongregation gemeldet. Zugleich nennt er Versäumnisse: In einem Fall dauerte es zwölf Jahre bis zur Entlassung aus dem Klerikerstand. Die Gemeinden wurden oft zu spät oder gar nicht informiert. Verurteilte Täter wurden weiter in der Kategorialseelsorge eingesetzt. Das Ausmaß war intern seit der MHG-Erhebung 2016 bekannt, die Ursachen wurden nicht untersucht.
Beleg: Universität Trier, im Auftrag der Unabhängigen Aufarbeitungskommission, S. 2
„14 der 15 Fälle wurden konsequent intern ermittelt“
Lena Haase, Lutz Raphael: Sexueller Missbrauch im Bistum Trier, Dritter Zwischenbericht (Kurzfassung), S. 2. Original Beleg: Universität Trier, im Auftrag der Unabhängigen Aufarbeitungskommission, S. 2
„13 Fälle wurden an die Staatsanwaltschaft“
Lena Haase, Lutz Raphael: Sexueller Missbrauch im Bistum Trier, Dritter Zwischenbericht (Kurzfassung), S. 2. Original Beleg: Universität Trier, im Auftrag der Unabhängigen Aufarbeitungskommission, S. 3
„dauerte es 12 Jahre bis zur rechtskräftigen Entlassung aus dem Klerikerstand“
Lena Haase, Lutz Raphael: Sexueller Missbrauch im Bistum Trier, Dritter Zwischenbericht (Kurzfassung), S. 3. Original Beleg: Universität Trier, im Auftrag der Unabhängigen Aufarbeitungskommission, S. 3
„Die Gemeindeöffentlichkeit wurde in vielen Fällen zu spät oder gar nicht informiert.“
Lena Haase, Lutz Raphael: Sexueller Missbrauch im Bistum Trier, Dritter Zwischenbericht (Kurzfassung), S. 3. Original Beleg: Universität Trier, im Auftrag der Unabhängigen Aufarbeitungskommission, S. 3
„intern mit der Erhebung der Trierer Daten für die MHG-Studie 2016 bekannt“
Lena Haase, Lutz Raphael: Sexueller Missbrauch im Bistum Trier, Dritter Zwischenbericht (Kurzfassung), S. 3. Original
Siehe auch
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1946-1966 · 20 Jahre
Bistum Trier 1946 bis 1966: Vierter Zwischenbericht der Universität Trier nennt mindestens 335 betroffene Kinder und Jugendliche, 123 Beschuldigte und milde Generalvikare; keine Fürsorge für Betroffene aktenkundig
- Deutschland
- Sexueller Missbrauch
- Vertuschung
-
1961-2018 · 57 Jahre
Bistum Trier 1961 bis 2018: Priester Edmund Dillinger missbrauchte laut Untersuchung 19 Menschen; das Bistum vertuschte Vorwürfe und vermittelte ihn 1971 nach Köln
- Deutschland
- Sexueller Missbrauch
- Vertuschung
-
1967-2001 · 34 Jahre
Bistum Trier, Studie der Universität Trier zu sexuellem Missbrauch in den Amtszeiten der Bischöfe Stein und Spital (1967–2001)
- Bolivien
- Deutschland
- Ukraine
- Sexueller Missbrauch
- Vertuschung
Originaldokumente zum Nachlesen
- Kommissionsbericht
Universität Trier, im Auftrag der Unabhängigen Aufarbeitungskommission: Lena Haase, Lutz Raphael: Sexueller Missbrauch im Bistum Trier, Dritter Zwischenbericht (Kurzfassung), 1. Januar 2025. Original (abgerufen 31.10.2026)
Änderungsprotokoll (1)
- : Aufgenommen
Zuletzt geändert am 31. Oktober 2026. Fehlt etwas oder stimmt etwas nicht? Ergänzung oder Korrektur vorschlagen.